Backgammon
Geschichte:
Shar-i-Sokhta - 'die verbrannte Stadt' - heißt der Ort im Iran, an dem das älteste Backgammon-Spiel gefunden wurde. Es ist ca. 5.000 Jahre alt. Ur, eine Stadt Mesopotamiens und vor ca. 6.000 Jahren gegründet, liegt im heutigen Irak und bei archäologischen Ausgrabungen ist hier ebenfalls ein Brettspiel gefunden worden. Und Palamedes spielte mit den Soldaten bei der Belagerung Trojas schon fleißig um die Wette. Tutenchamun nahm es mit in seinem Papyrus-Boot, als er in die ewige Welt reiste. Sie sind alle Vorläufer von Würfel-Brettspielen, jedoch ist das heutige Backgammon etwas jünger. Die Römer veränderten wahrscheinlich das alt-ägyptische Senet in das Duodecin Scripta, das als der Urvater gilt. Es wurde genauso wie das heutige Backgammon gespielt, jedoch statt zwei drei Würfel benutzt und die Steine des Gegners konnten nicht geschlagen werden. Kaiser Claudius verfasste sogar ein Buch über dies öffentlich verbotene Glücksspiel. In Pompeji gibt es eine große Wandmalerei mit Backgammon-Spielern. Tabula war eine weiterentwickelte Variante und hier konnte man bereits den Gegner schlagen. Im Laufe der Jahrhunderte verbreitete es sich im gesamten Römischen Reich, verlor sich im Mittelalter und kam mit dem Dreißigjährigen Krieg wieder 'an die Front'. Um 1650 wurde das damals in deutsch genannte Wurfzabel literarisch als Backgammon festgehalten. 1743 schrieb der englische Spieleexperte Edmund Hoyle eine Broschüre mit den noch heute gültigen Regeln. Nur 1931 wurde noch einmal eine leichte Veränderung, die des Verdoppelungswürfels, vorgenommen. Prinz Alexis Obolensky veranstaltete 1964 das erste Backgammon-Turnier auf internationaler Basis auf den Bahamas. Große Persönlichkeiten wie Gunther Sachs oder Christina Onassis machte es der breiten Öffentlichkeit bekannt.
Das Spiel:
Man spielt das Spiel zu zweit. Das Spielbrett besteht aus 2 getrennten Bereichen mit jeweils 12 sich gegenüber liegenden langen, schmalen Dreiecken, die sich fast in der Mitte treffen. Sie sind abwechselnd hell und dunkel. Am äußeren Rand des Bretts sind jeweils noch 2 schmale Ablegeplätze für die Steine. Jeder Spieler hat 15 weiße bzw. schwarze Steine. Die Brettseiten werden aufgeteilt in Outer-Board und Home-Board. Die Steine werden nach einem bestimmten Muster aufgestellt: so stehen auf dem Home-Board am Aussenrand 2 Steine der Spieler gegenüber, auf der Innenseite jeweils 5 beim Gegenspieler, auf dem Outer-Board stehen auf dem äußeren Dreieck jeweils sich 5 Steine gegenüber und auf dem vorletzten Dreieck nach innen noch einmal die restlichen 3 Steine auf der Seite des Gegners. Die Dreiecke nennt man Point. Home- und Outer-Board kann jede Brettseite sein. Gespielt wird jetzt mit zwei Würfeln.
Ziel ist es, alle seine Steine ins Home-Board zu bringen und sie dann auszuwürfeln, bis keine mehr auf dem Brett liegen. Man beginnt das Spiel mit einem Würfel und würfelt um die höhere Augenzahl. Das ist der Spielanfänger. Er darf jetzt seine Steine um die Zahl seines Würfels und des Gegners aufrücken. Danach wird immer mit zwei Würfeln gespielt und jeder Stein kann gesetzt werden um die Zahl der Würfelaugen, die ebenfalls einzeln genommen werden. Die Steine gehen vom Home-Board des Gegners über das Outer-Board auf die eigene Home-Board-Seite. Hierbei kann man seinen Stein auf alle unbesetzten Felder stellen, wo aber maximal ein Gegnerstein steht. Zwei und mehrere blockieren den Point. Kann der Stein weder mit der einen noch mit der anderen Zahl gesetzt werden, setzt der Spieler aus.
- Pasch: Würfelt man zwei gleiche Zahlen, werden diese doppelt gezählt.
- Schlagen: Zwischenstopp oder setzen auf ein Feld mit nur einem gegnerischen Stein, schlägt diesen. Der Stein wird auf die Bar an der Seite gelegt. Der Besitzer muss erst diesen Stein wieder ins Spielfeld bringen, bevor er andere Steine ziehen kann.
- Geschlagene Steine: Bei der Würfelrunde werden die Steine in das Home-Board des Gegners auf das entsprechende Feld wie die Augen auf dem Würfel sind, z. B. 2 und 4, dann auf die Points 2 und 4 gestellt.
- Würfel: gekippte gelten nicht und es muss noch einmal gewürfelt werden.
- Auswürfeln: Wenn sich alle eigenen Steine im Home-Board befinden, kann man beginnen, diese auszuwürfeln. Die Steine gehen über das Feld '0' heraus. Der 'Weg' muss mit der Augenzahl der Würfel übereinstimmen. Hat man auf dem ersten Feld Steine, setzt man diese mit einer '1' aus, aber nicht mit einer '6'.
Die Gewinnstufen sind wie folgt:
- Cube: Es ist das einfache Spiel, bei dem ein Spieler alle Steine ausgewürfelt hat und sein Gegner ebenfalls mindestens einen. Der hat dann einfach verloren.
- Gammon: Auch doppeltes Spiel genannt und der Gegner hat noch keinen Stein heraus gewürfelt. Das Spiel wird doppelt bewertet.
- Backgammon: Das so genannte dreifache Spiel trifft selten zu. Hierbei hat der Gegner noch einen Stein im Home-Board des jetztigen Gewinners oder aber auf der Bar liegen.
Interessantes:
Im Mittelmeerraum wird das Backgammon schon mit einem Gammon beendet. In richtigen Backgammon-Turnieren gibt es verschiedene Sonderregelungen wie Crawford-Rules, Jacoby-Rules, Chouette (für drei bis vier Spieler). In Italien hieß das Spiel im Mittelalter 'tavola reale' (Königsbrett), in Deutschland 'Puff', in Frankreich 'Tric Trac' und in Griechenland und der Türkei 'tavli' bzw. 'tavla', genauso wie heute noch.