Billard
Geschichte:
Billard ist eines der ältesten Ballspiele. Wahrscheinlich wurde schon vor 4.000 Jahren ähnliches gespielt, jedoch nicht auf einem Tisch sondern noch auf der Erde. Im 13. Jahrhundert gab es erwiesenermaßen bereits solche Spiele, wo mit dem Stock die Kugeln geschlagen wurden wurden. Im 15. Jahrhundert verlagerte man das Spiel dann auf einen Tisch. Bill Kew, ein Pfandleiher, brachte als erstes Leisten an einem Tisch an, damit die Kugeln nicht herunterrollen konnten. Der Name entstand wahrscheinlich aus dem französischen Wort 'Bille' für Kugel und dem englischen Wort 'Jard' für Stock. Der Stock war zunächst sehr einfach und erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde er gerade und erhielt ein Stück Leder an der Spitze, um besseren Halt an den Kugeln zu geben. Dadurch wurde die Kugel 'steuerbar' und konnte exakter gestoßen werden. Hauptsächlich die gehobene Gesellschaft spielte dieses Spiel und große Männer wie Napoleon, Ludwig XIV, Mozart, Goethe und viele andere fanden hier eine vergnügliche Freizeitbeschäftigung. 1854 revolutionierte Michael Phelan den Billardtisch durch eine gummigepolsterte Bande. Anfang des selben Jahrhunderts entstanden bereits erste Verbände, wurden Weltmeisterschaften veranstaltet. Heute ist Billard ein sehr beliebtes Spiel in allen sozialen Schichten, weltweit und bei Männern wie bei Frauen. Die verschiedenen Varianten unterscheiden sich teilweise sehr stark.
Das Spiel:
Ziel des Spieles ist es, mit dem Queue, dem Stock, die weiße Kugel so zu kicken, dass diese wiederum eine farbige in ein Loch kickt. Die Runde ist beendet, wenn er keine mehr ins Loch bekommt. Sind alle Kugeln versenkt, ist das Spiel beendet.
Es gibt verschiedene Techniken, die Kugel zu treffen: die Mitte (eine Gerade) oder dezentral (der Effet). Bei der Geraden stößt die Kugel die andere an und bleibt stehen oder läuft ihr kurz hinterher. Beim Effet, dem dezentralen Stoß, kickt sie die Kugel und befördert sie in die gewünschte Richtung, die weiße Kugel läuft in die entgegengesetzte.
Ein Foul begeht man in dem
- die weiße Kugel ins Loch fällt
- die falsche oder gar keine Kugel getroffen wird
- die schwarze zu früh vom Feld rollt
- beim Anstoß nicht mindestens eine Kugel ins Loch rollt und vier die Bande, den Rand, berühren
- wenn nach dem ersten Kick die weiße Kugel nicht diejenige ist, die eine andere in das Loch rollen lässt.
Der gefoulte Spieler darf in dem Fall die weiße Kugel beliebig versetzen, damit er einen perfekteren Stoß erzielen kann. Die Versenkung der schwarzen Kugel, auch ins falsche Loch, beendet ein Spiel, der Spieler, der das veranlasst hat, verliert.
Poolbillard:
Es wird mit einer weißen und einer bestimmten Anzahl farbiger Kugeln gespielt, jedoch nur die weiße Kugel darf gespielt werden. Jeder Spieler spielt solange, wie er eine Kugel regelgerecht ins Loch schießt
Snooker:
Hier werden 15 rote und 6 andersfarbige Kugeln mit der weißen Kugel in die Löcher geschossen. Es herrschen feste Regeln.
Carambolage:
Hier wird mit nur einer roten, weißen und gelben Kugel gespielt. Es gibt 2 Spieler, die jeweils eine der hellen Kugel spielen und versuchen, mit dieser die anderen beiden zu berühren. Gespielt wird bis zu einer vorher festgelegten Punktezahl.
Kegelbillard:
Fünf kleine Kegel stehen in der Mitte, 3 Bälle gibt es. Der rote ist der Stoßball, die beiden anderen sind Treibbälle. Der rote Ball muss eine der anderen Kugeln so kicken, dass diese so viele Kege als möglich umstößt.
Russisches Billard:
15 Kugeln werden hier in die Taschen versenkt, doch sind sie größer und die Locheingänge etwas kleiner als bei normalen Billardtischen, was das hineinrollen schwieriger machen. Diese Variante ist außerhalb Russlands wenig bekannt, dort aber die am häufigsten gespielte Variante.
Interessantes:
Da Billard seit 1998 eine olympische Spielart ist, aber noch nicht im Programm, unterliegt es den Anti-Doping-Regeln. Der einzige Doping-Fall bis jetzt, ist der Deutsche Axel Büscher, der aus einem nicht norher genannten Medikament eine Doping-Substanz im Blut hatte und damit den Titel verlor und gesperrt wurde.