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Canasta

Geschichte:

Eines der ältesten spanischen Kartenspiele ist das Canasta. Der südamerikanische Rechtsanwalt Segundo Santos hat das Spiel zusammen mit seinem Bridge-Partner Ende der 30er Jahre entwickelt. Es verbreitete sich in Uruguay bis nach Argentinien und wurde von Josephine Artayate de Viel in New York in die Gesellschaft eingeführt. Danach gelangte das Spiel schnell nach Großbritannien und auf den europäischen Kontinent. Das Spiel wurde im Laufe der Zeit weiterentwickelt und verändert.


Das Spiel:

Ursprünglich wird in zwei Paaren gespielt, es gibt aber verschiedene Versionen auch bis zu sechs Personen. Ziel ist es, möglichst viele Punkte durch Meldungen gleichrangiger Karten zu bekommen. In mehreren einzelnen Spielen sammelt man mindestens 5.000 Punkte, um zu gewinnen. Die Verlierer-Partei zahlt die Punktedifferenz in einem Betrag an die Gewinnerpartei.


Canasta wird mit 2 französischen Kartenspielen mit 4 Jokern gespielt. Man beginnt das Spiel mit der Wahl der Partnerschaften: jeder Spieler zieht eine Karte, die beiden höheren spielen gegen die beiden niedrigeren. Haben zwei Spieler eine gleichhohe gezogen, gilt die Regel, in der Kreuz die höhere ist zu Karo, Herz und Pik. Das Spiel eröffnet der Höchstkarten-Spieler, der seinem Partner gegenüber sitzt, sein rechter Nachbar verteilt die Karten (Wechsel im Uhrzeigersinn). Jeder Spieler bekommt 11 Karten, die restlichen werden verdeckt auf den Tisch gelegt. Die oberste liegt aufgedeckt neben dem Stapel. Ist diese aufgedeckte Karte ein Dreier, Zweier oder Joker, wird solange eine andere vom Stapel genommen, bis eine andere erscheint und diese als oberste Karte gelegt. Ein Karo oder Herz-Dreier wird von dem Spieler offen auf den Tisch gelegt und nimmt eine Ersatzkarte vom Stapel. Für eine gezogene wird jedoch keine Ersatzkarte genommen. Der Spieler nimmt eine Karte vom offenen oder verdeckten Stapel, meldet und legt eine Karte ab. Eine 'Meldung' besteht aus mindestens drei gleichrangigen Karten, muss mindestens zwei 'natürliche' und höchstens drei 'wilde Karten' haben. Sieben gleichrangige Karten ergeben einen Canasta, zusammen mit wilden Karten nennt es sich gemischter Canasta. Ein reines Canasta aus nur natürlichen Karten hat einen Wert von 500 Punkten. Jeder Spieler kann an seinen Karten und den seines Partners eigene Karten anlegen. Wilde Karten können nicht 'verschoben' werden und gelegte Karten nicht mehr in die Hand genommen.

  • Wilde Karten: Joker und Zweier
  • Prämienkarten: rote Dreier
  • Sperrkarten: schwarze Dreier
  • Natürliche Karten: Vierer bis Ass

Die Erstlegung der Karten richtet sich nach dem Punktestand der Partie:

  • unter 0 Punkte: mindestens 15 Punkte
  • Bis 1495 Punkte: 50 Punkte
  • 1500 bis 2995 Punkte: 90 Punkte
  • 3000 bis 4995 Punkte: 120 Punkte

Hat der Spieler zwei mit dem selben Kartenwert der ersten Karte des Ablegestapels, darf er diese nehmen, alle drei melden und den Rest des Ablegestapels aufnehmen. Um eventuell den Mindestwert für das Rauslegen zu erreichen muss er bis zur Punkteerreichung weitere Karten herauslegen, bevor er den Rest des Stapels aufnimmt.

Die Ablegung einer schwarzen Drei oder einer 'wilden Karte' sperrt den Ablagestapel für den nachfolgenden Spieler. Enthält der Stapel eine rote Drei oder 'wilde Karte' wird diese als Zeichen des Einfrierens des Stapels quer gelegt. In dem Falle darf ein Spieler nur dann den Stapel kaufen, wenn er zwei natürliche Karten mit gleichem Wert wie die oberste Karte des Stapels besitzt und diese drei dann auch ablegt.

Hat das Spielerpaar bereits ein Canasta gelegt, kann einer der Spieler mit Einverständnis seines Partners 'ausmachen', also alle Karten ablegen, wobei er keine Karte ziehen muss. Hierbei dürfen schwarze Dreier gemeldet, aber nicht mit wilden Karten kombiniert werden. Es gibt eine Prämie von 100 Punkten für das Ausmachen.

Kann der Spieler alle Karten mit einem Canasta und ohne bei anderen anzulegen ablegen, nennt man dieses 'verdecktes Ausmachen' und zählt 200 Punkte Prämie.


Plus- sowie Minuspunkte werden nach jeder Partie aufgeschrieben. Minuspunkte sind alle nicht heraus gelegten roten Dreier sowie alle noch in der Hand befindlichen Karten. Pluspunkte sind alle Werte der abgelegten Karten, Prämien für Ausmachen (100) und verdecktes Ausmachen (200), für Canasta, wobei gemischte 300 und reine 500 Punkte erhalten, und Prämien für rote Dreier, sofern eine Erstmeldung vorliegt. Hierbei bekommt man 100 Punkte für jeden Dreier, bei allen vieren den doppelten Wert.

Spielt man das Spiel zu zweit oder zu dritt, werden keine Paare gebildet und jeder spielt für sich. Es werden in diesem Fall 15 bzw. 13 Karten ausgegeben.


Interessantes:

Es gibt heute viele Varianten des Canasta zu denen zum Beispiel Samba-Canasta und Wiener-Canasta zählen. Es sind mehrere Bücher verfasst worden, in denen die verschiedenen Spielweisen genauestens erläutert werden. In den Nachkriegsjahren war Canasta zusammen mit Bridge das häufigst gespielte Kartenspiel weltweit und es werden heute ganze Turniere veranstaltet.

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