Knobelduell
Geschichte:
Die Sonne scheint heiß, 3 bärtige Männer in Tierfelle gehüllt sitzen auf dem staubigen Fußboden und spielen mit kleinen, fast viereckigen Kieselsteinen und lachen immer wieder. Sie haben augenscheinlich ziemlich viel Spaß.
Schon die Steinzeitmenschen wussten sich mit diesem Spiel zu beschäftigen und hatten die selben Regeln, die heute noch gelten: wer die meisten Würfelaugen hatte, gewann. Viele Jahrtausende später spielten mit gleicher Begeisterung die zivilisierten arabischen Stammesfürsten dieses Spiel genauso wie der Bettler in den staubigen Straßen Babylons. Die türkischen Stämme brachten Kniffel dann in Richtung Europa, als sie auf die anatolische Hochebene zogen und eine hoch zivilisierte Kultur bildeten, die einen enormen Wirkungskreis gen Westen und Süden hatten Doch in den europäischen Völkern fasste das Würfelspiel nicht richtig Fuß, im Mittelalter hatte man für solche Dinge weniger übrig und so blieb es weiterhin ein beliebtes Spiel der arabischen Welten.
In der heutigen Zeit wird es seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts durch die Schmidt-Spiele in Deutschland vertrieben und ist außerdem unter dem Namen Yahtzee bekannt.
Das Spiel:
Es besteht aus fünf Würfeln, einem dazugehörigen Würfelbecher sowie einem Block zur Punkteausschreibung.
Jeder Spieler hat seinen eigenen Zettel, auf dem er seine Punkte einträgt. Gewinner ist derjenige, der am Ende der Runde die höchste Summe erreicht hat. Es wird reihum gewürfelt, jeder Spieler darf bis zu dreimal hintereinander würfeln. Dabei darf man die Würfel, die die richtige Augenzahl haben, zur Seite legen und mit den verbleibenden weiter spielen. Nach dem dritten Wurf muss man die Punkte zusammenzählen und auf seinem Zettel eintragen. Hat man den Zettel komplett ausgefüllt, ist die Runde beendet, die Punkte werden zusammen gezählt und der Spieler mit den meisten hat gewonnen.
Auf dem Zettel befinden sich folgende Eintragungsfelder:
- Spiel
- Einer - es werden alle Einsen gezählt
- Zweier - es werden alle Zweier gezählt
- Dreier - es werden alle Dreier gezählt
- Vierer - es werden alle Vierer gezählt
- Fünfer - es werden alle Fünfer gezählt
- Sechser - es werden alle Sechser gezählt
- Summe - Summe aller Zahlen von oben
- Bonus
- Dreierpasch - drei gleiche Würfelaugen
- Viererpasch - vier gleiche Würfelaugen
- Full House - drei und zwei gleiche Würfelaugen zählen als 25 Punkte
- Kleine Straße - 30 Punkte für eine Folgekombination in 4 Würfeln: 1-2-3-4, 2-3-4-5 oder 3-4-5-6
- Große Straße - 40 Punkte für eine Folgekombination von 5 Würfeln wie 1-2-3-4-5 und 2-3-4-5-6
- Kniffel - 50 Punkte, wenn alle Würfel gleich sind
- Chance - Alle Augen zusammen gerechnet
- Summe - Summer der Bonuspunkte
- Gesamtsumme - Spiel- und Bonuspunkte zusammen gezählt
Es gibt einige Regelvarianten, die das Spiel interessanter machen und nicht immer gleich.
- Ansage-Kniffel
Man spielt in der ersten Spalte von oben nach unten, in der zweiten umgekehrt und in der dritten muss man vorher angeben, um welche Kombination man spielt. Ist hier in der letzten der Wurf nicht nach Wunsch, muss man trotzdem eintragen oder aber das Feld streichen.
- Würfe sammeln
Spielt ein Spieler nicht jedes Mal alle drei möglichen Würfe, kann er diese 'nachholen' in einer Folgerunde.
- Gesamtes Blatt
Hier wird die erste Spalte mit dem Einser begonnen, die letzte mit der Chance. Alle anderen sind frei wählbar.
- Strenges Kniffel
Die Spalten werden nacheinander 'abgespielt' und auch nur so eingetragen. Nur in der Chance zählt der Kniffel 100 Punkte.
- Scharfe Würfelaugen
Hier werden die Würfe mit allen Würfeln von Dreierpasch bis Kniffel doppelt gerechnet.
Interessantes:
Kniffel ist heute wieder ein beliebtes Spiel und wird besonders gerne zu Weihnachten und Silvester in der familiären Runde gespielt. Man spielt Kniffel mit mindestens 2 Spielern und maximal acht. Eine Runde dauert zwischen einer halben bis ganzen Stunde und ab dem Alter von 8 Jahren ist das Spiel geeignet.