Mahjong
Geschichte:
Das chinesische Spiel Mahjong, Mahjongg oder auch Mah-Jongg, wird mit 4 Personen gespielt, doch gibt es auch das Mahjong-Solitaire, welches man alleine spielen kann.
Nicht sicher ist die Entstehung des Spiels. Die einen meinen, es wurde Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt, andere Quellen geben als sicher, dass es bereits im 15. Jahrhundert gespielt wurde und davor als Glücksspiel verboten war. In die westliche Welt kam es jedoch nachweislich erst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, als ein US-Amerikaner nach einem China-Aufenthalt das Spiel in den Staaten bekannt machte und es sich sehr schnell verbreitete. Es wurden Fabriken gebaut, um der Spielerflut gerecht zu werden. Doch genauso schnell, wie es in Mode geriet, genauso schnell verschwand es wieder von der Spielfläche. Heute ist es nach wie vor ein beliebtes Spiel in den asiatischen Ländern, doch in westlichen fast gar nicht und hauptsächlich in den letzten Jahren als Computerspiel in Solitaire-Form wieder populär geworden, ist jedoch mit dem Original nur noch in den Steinen gleich und eher ein Wegnehmespiel. Das Originalspiel ist zwar nicht nachweislich mit Rommé 'verwandt', jedoch sind die Regeln ähnlich.
Das Spiel:
Mahjong wird mit Karten oder Steinen gespielt, die bestimmte Motive haben. Diese sind auf insgesamt 144 'Ziegeln' und bestehen aus folgenden Kombinationen:
- Bambus oder Kette in drei Farben: rot, blau, grün
- Zahlen
- Münze oder Kreis in drei Farben: rot, blau, grün
Alle existieren einmal und sind von eins bis neun vorhanden.
- Die vier Winde oder Himmelsrichtungen, einfarbig und jeweils viermal vorhandenen
- Drei Drachen, ebenfalls einfarbig und viermal vorhanden.
- Vier Blumen - Pflaume, Orchidee, Chrysantheme und Bambus -, je einmal vorhanden
- Vier Jahreszeiten, ebenfalls einmal vorhanden.
- Drachen- und Windziegel, Eins und Neun sind so genannte Trumpfziegel.
- Außerdem 4 unbemalte Steine, die als Joker gelten.
Dazu gibt es Zählstäbchen und vier chinesische Würfel, die genauso wie die bekannten aufgebaut sind, jedoch die Eins und Vier in rot haben.
Ziel des Spieles ist es, durch Ziehen und Abwerfen ein komplettes Spielbild in möglichst höchstem Wert zu erlangen und abzulegen. Damit beendet er die Spielrunde.
Die Steine werden als großes Quadrat zwei Steine hoch aufgebaut, wobei die Steine verdeckt liegen. Der Spielleiter - im chinesischen Spiel der Ostwind - gibt jedem Spieler 13 Steine, sich selber 14. Er beginnt das Spiel mit dem Wurf eines unbenötigten Steins in das Mauerinnere. Der Südwind - es wird im Uhrzeigersinn gespielt - nimmt einen Stein von der Mauer und wirft seinerseits einen unbenötigten Ziegel in den Mauerhof. So läuft das Spiel weiter. Kann ein Spieler mit einem abgeworfenen Stein und eigenen eine Figur legen, kommt er sofort dran, legt diese und nimmt keinen extra Stein mehr von der Mauer. Ziel ist es, alle seine Steine in möglichst wertvollen Bildern zu komplettieren und abzulegen. Wer als erstes fünf einzelne Figuren bilden kann, darf 'Mahjong' rufen und hat die Runde gewonnen.
Die Figuren sind wie folgt:
- Pong: Es besteht aus drei gleichen Steinen, die entweder komplett aus der Mauer gezogen wurde und dann verdeckt heißt, oder offen, wenn einer der Steine aus dem Mauerinneren genommen wird. Im Falle eines Pong ruft der Spieler dieses aus und kommt sofort an die Reihe, das Spiel wird auch bei ihm fortgesetzt.
- Kan: Diese Figur besteht aus vier gleichen Steinen. Es kann entweder komplett aus der Mauer gezogen (verdecktes Kan) oder mit einem ergänzenden Stein aus dem Mauerhof (offenes) gelegt werden. Der Spieler, der diese Figur legt, bekommt vom Spielleiter einen Ersatzstein von dem toten Ende der Mauer, damit er noch Figuren bilden kann. Ein Pong kann in ein Kan durch anlegen eines vierten Steins verwandelt werden.
- Chi: Dieses sind drei aufeinander folgende Steine einer Farbe. Der Spieler, der eines legen kann, darf dieses jedoch erst, wenn er an der Reihe ist.
- Schlusspaar: Um das Spiel komplett zu beenden, muss man ein einziges Paar gleicher Steine hinlegen.
Die Figuren haben Punktewertungen, die wie folgt sind:
- Chi: 0 Punkte
- Pong: offen mit Ziegeln der Grundfarbe von zwei bis acht: 2 Punkte, alle anderen: 4 Punkte. Pong aus Winden oder Drachen habe die doppelte Punktzahl
- Kan: Sie zählen das doppelte der Pong
- Mahjong: Sind alle Figuren Pong gibt es eine Prämie von 10 Punkten. Ein Mahjong gleich zu Beginn des Spiels ergibt ebenfalls 100 Punkte extra
- Jahreszeiten- und Blumensteine in den Figuren verdoppeln die Punktezahl
Interessantes:
Das Spiel am Computer ist sehr viel vereinfachter und wird als Solitaire gespielt. Ein einzelner Spieler nimmt paarweise die Steine von einer Figur. Die Steine müssen hierbei seitlich und von oben frei liegen. Es gibt hier zahlreiche Figuren, in denen man spielen kann.