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Skat

Geschichte:

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde dieses sehr populäre Kartenspiel in Altenburg in Deutschland geboren. Es entwickelte sich aus dem Dreiwendsch, einer Schafskopf-Variante, dem Tarock und dem Deutschen Solo. Altenburger Honoratioren, unter ihnen der Gründer des Brockhaus-Verlages Friedrich Arnold Brockhaus, waren die ersten, die dieses Spiel entwickelten. Aus heute noch erhaltenen Aufzeichnungen des Kanzlers Hans Carl Leopold von der Gabelentz weiß man, dass am 4. September 1813 das erste Mal der Begriff Skad fiel und 1818 wurde es in der Wochenschrift 'Osterländische Blätter' als 'Das Skadspiel' vorgestellt. Studenten der thüringischen und sächsischen Universitäten spielten es in der Freizeit und schnell wurde es im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt. Mit den großen Auswanderungen im 19. Jahrhundert wurde es auch in andere Länder gebracht. Die ersten festgelegten Regeln des Skatspiels wurde in Form eines Buches 1884 herausgegeben und 1886 fand das erste Skatturnier statt. In den darauf folgenden Kriegswirren entstanden die merkwürdigsten Unterarten und Varianten des Skat und erst 1928, auf dem 11. Skatkongress, wurden die noch heute geltenden Regelungen festgelegt und nur noch in wenigen Details verändert.


Das Spiel:

Skat hat sehr umfangreiche Spielregeln, die in einer internationalen Skatordnung verfasst sind. Das Skatspiel besteht aus 32 Karten und es spielen drei Personen. Ausgegeben werden jeweils 10 Karten an die Spieler: erst 3 Karten, dann werden 2 Karten verdeckt auf den Tisch gelegt, und nochmals 4 Karten und dann 3 Karten je Spieler. Es wird gereizt und gespielt. Das heißt, der Solist bzw. Alleinspieler hat den höchsten Wert beim Reizen geboten und bestimmt das Spiel. Er muss sein Spiel höher aber mindestens so hoch beginnen wie der Reizwert. Um so höher dieser Wert, um so weniger Möglichkeiten hat er jedoch. Bei diesem Stichspiel legt der Alleinspieler eine Karte aus und die anderen eine Karte dazu. Art und Reihenfolge ergeben den Gewinner, der die Karten dann verdeckt vor sich hinlegt und neu sticht. Man muss möglichst viele Punkte erspielen, wobei jede Karte einen bestimmten Wert hat.

  • Gewinngrad: 1 = Spiel, 2 = Schneider (Alleinspieler oder Gegner bekommt nur 30 Punkte), 3 = Schwarz (weder Alleinspieler noch Gegner bekommt einen Stich)
  • Kartenbedeutung:

    Bei Farbspielen ist immer eine bestimmte Farbe Trumpf, der Rang der anderen gleich.

    Beim Grand ist der Bube die höchste Karte mit Farbrangfolge Kreuz, Pik, Herz, Karo und den 7 Karten der Trumpffarbe.

    Bei Nullspielen gilt auch der Bube als Farbe und hat die Reihenfolge: Ass, König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Sieben.

  • Stich: Der Stich ist die jeweilige Karte des Spielers und wird durch drei Karten abgeschlossen. Der Spieler, der einen Stich gewinnt, beginnt auch den nächsten. Der Stich geht an
    • denjenigen, der die höchste Karte hinlegt
    • den, dessen Karte weder gestochen noch bedient werden kann
    • der Trumpf fordert und nur Farbkarten erhält
    • bei Trumpf die höchste Karte legt
    • oder als einziger die ausgespielte Karte sticht
  • Spielarten:
    • Beim Farbspiel bestimmt der Alleinspieler die Trumpffarbe
    • Beim Grand sind die Buben Trumpf
    • Beim Nullspiel gibt es keinen Trumpf, der Alleinspieler darf keinen Stich machen, um zu gewinnen
    • Beim Ramschspiel verliert der Spieler mit den meisten Punkten, die ihm Minuspunkte bringen. Sticht einer der Spieler nicht, wird der Wert verdoppelt, stechen beide Gegner dagegen nicht, bekommt er 120 Punkte Bonus
  • Handspiel: Verlorene Handspiele werden einfach als Minuspunkte gezählt
  • Kontra und Re: Bei einem gesagten Kontra werden die Punkte verdoppelt, bei Kontra und Re vervierfacht
  • Wertung: Die Karten 7, 8, 9 werden nicht gezählt. Der Bube hat den Wert 2, die Dame 3, ein König 4, 10 bleibt 10 Punkte und das Ass 11. Der Alleinspieler muss 61 Punkte haben, um zu gewinnen, die Gegenpartei jedoch nur 60. Ein Spieler, der höher reizt, als sein Spiel tatsächlich ist, verliert. Angesagte Schneider und Schwarz erfordern 90 Punkte zum Gewinn. Gewinnt der Alleinspieler, erhält er 50 Bonuspunkte, verliert er werden im 50 Minuspunkte angerechnet und den Gegner jeweils 40 Bonuspunkte.

Interessantes:

Sitz des Deutschen Skatverbandes war ursprünglich Altenburg, wurde aber nach dem zweiten Weltkrieg nach Bielefeld und 2001 wieder zurück nach Altenburg verlegt. Im selben Jahr wurde das Internationale Skatgericht für Streitfragen betreffs des Spiels gegründet. Richard Strauss war ein begeisterter Skatspieler und ließ in seiner Oper 'Intermezzo' eine Partie spielen. Bei 'Ramsch' spielt jeder Spieler für sich und muss die wenigsten Punkte erzielen, um zu gewinnen. Es gibt die verschiedensten Unterarten von Skat wie Räuberskat, 6er-Skat, Ass, Idiotenskat, Pilotenskat und andere.

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